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Musik und Wort zu Bernhard Lichtenberg

Am Samstag den 07.11. fand die Veranstaltung „Musik und Wort zu Bernhard Lichtenberg“ in der Stadtpfarrkirche St.Marien in Hof statt.

Als wir noch während den Jahren fern der Heimat unsere Stadt Hof besuchten, parkten wir oftmals in der Hochstraße und gingen zu Fuß die Kreuzsteinstraße Richtung Altstadt.

Von weither grüßte dann bereits die Marienkirche. Ja - sie ist ein markantes Wahrzeichen und gehört einfach zum Bild der Altstadt wie der „Wärschtlamo“. 

Doch was wissen wir eigentlich über deren Geschichte?

Baubeginn war am 04.April 1864, der erste Gottesdienst wurde am 02. Juni 1867 gefeiert, im Oktober 1891 waren die Baumaßnahmen abgeschlossen.

Die Orgel in St.Marien wurde von Georg Friedrich Steinmeyer aus Oettingen erbaut und am 01. März 1885 eingeweiht. Die im Jahr 1847 gegründete Fa. Steinmeyer war die größte Orgelbauwerkstatt Bayerns und fertigte bis heute ca. 2.400 Orgeln. Die musikalische Darbietung von Organist Dr. Dietmar Hiller am Samstag war nun eine hervorragende Gelegenheit, diese Orgel einmal „live" zu erleben.

Wie mögen wohl in Zeiten, als es noch keine Dauerberieselung durch Radio und Fernseher gab, solche Orgelklänge auf den Zuhörer gewirkt haben ?

Eindrucksvoll erklingen unter anderem Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Reger und Jean-Adam Guilain.

Würdig umrahmt wurde das Orgelkonzert durch einen Vortrag von Dr. Ludger Stühlmeyer über Bernhard Lichtenberg. Er führte den Zuhörer einfühlsam durch dessen bewußt bescheiden geführtes Leben, angefangen von Kindheitstagen im schlesischen Orlau, über Studienjahre in Innsbruck und Breslau bis zu seiner Tätigkeit als Pfarrer in Berlin. Als vehementer Gegner des NSDAP-Regiemes wurde er 1941 verhaftet. 1943 sollte er in des KZ Dachau deportiert werden. Der Zug auf dem Weg dorthin hielt in Hof, der schwerkranke Bernhard Lichtenberg wurde in das Stadtkrankenhaus Hof gebracht und verstarb dort am 05. November 1943.

Eine vom Bildhauer Klaus Backmund geschaffene Büste wurde 1992 in der Marienkirche eingeweiht.

2013 ist der Platz vor der Marienkirche als „Bernhard-Lichtenberg-Platz“ benannt.