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Jean Paul Lesung mit Elisabeth Walther im Museum "Bayerisches Vogtland" in Hof

Tief beeindruckt hat uns heute die Jean-Paul Lesung von Elisabeth Walther. Seit 21 Jahren ist sie nun schon Gästeführerin in Hof. Sie begann zur Landesgartenschau und stellte sich damals zusammen u.a. mit dem Stadtführer Herrn Pöpperl der anspruchsvollen Prüfung bei Herrn Hoffmann. „Eine Begeisterung für klassische Literatur von Goethe bis Theodor Storm hatte ich eigentlich schon immer“, erzählt sie uns. 

Jean Pauls Werke gelten gemeinhin als schwer zugänglich. Als ehemaliger Schüler des Jean Paul Gymnasiums muss auch ich gestehen, das ich bislang so meine Mühe mit diesem Schriftsteller hatte.

Wenn nun aber Frau Walther Jean Paul vorliest, wird Sprache zur Musik, das geschriebene Dichterwort wird in ihrer Stimme  lebendig und kraftvoll und kann Gefühle, ja Bewegung im Zuhörer auslösen. Gebannt hängen wir mit den etwa 20 Besuchern an ihren Lippen . Wenn Frau Walther spricht, könnte man eine Stecknadel fallen hören...

Aber der Reihe nach: Wir schreiten in dieser Lesung durch Jean Pauls Kindheit von seiner Geburtsststätte in Wunsiedel nach Joditz, wandern mit ihm von dort nach Hof. Durchleiden die Zeit der Armut nach dem Tod seines Vaters, gehen mit ihm auf Nachtwanderungen, erleben seinen ersten Romanerfolg „Siebenkäs“. Wir spazieren mit Jean Paul zum „Fröhlichen Stein“ und blicken von dort durch seine Poesie im Geiste hinab auf Hof. Wir erleben die Jahre in Bayreuth, nehmen Teil an seiner in Briefen zum Ausdruck gebrachten Erschütterung über die Hofer Stadtbrände.

Zum Abschluss erleben wir noch den Vortrag von Jean Pauls Lieblingssage, eine schaurig-schöne Geschichte zwischen Ludwigsstraße und Lorenzkirche.

Fazit der Lesung: Wer die zeitlose Schönheit der Sprache Jean Pauls durch höchster Vorlesekunst erleben und entdecken möchte, muss unbedingt an einer Lesung von Frau Walther teilnehmen.

Für mich persönlich kann ich feststellen: Der Schlüssel zum Werk Jean Pauls liegt im langsamen, ja vielleicht sogar lautem, gründlichen Lesen. Man muss sich also ganz unzeitgemäß „Zeit“ nehmen……..