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Zwischenlichten - Weberhäuser im Frankenwald

Gestern wurde die Ausstellung „Zwischenlichten“ im Textilmuseum Helmbrechts eröffnet. "Dieser Name bezeichnet die Stunde nach Anbruch der Dämmerung“, erklärt Bürgermeister Stefan Pöhlmann. „Dies war damals die Zeit des Ausruhens, der Muse und der Unterhaltung . Otto Knopf vermochte diese Stimmung meisterhaft zu schildern.“ 

Werke der Malerei und Fotografie von Karl Bedal, Hans Hohenberger, Richard Rausch sowie Willi und Reinhard Feldrapp zeigen eindrucksvoll die für die einzigartige Kulturlandschaft des Frankenwaldes so prägenden Weberhäuser und deren Bewohner.

Edwin Greim, selbst Besitzer eines Weberhauses in Kleinschwarzenbach, lobt das Triumvirat Willi Feldrapp, Otto Knopf und Karl Bedal. Mittels Fotografie, Text und Illustration schufen diese Künstler unvergessliche Bände über den Frankenwald. „Willi Feldrapp war Jahrzehnte lang das „Auge des Frankenwaldes. Sein Sohn Reinhard Feldrapp führte dessen Werk nicht nur fort, sondern fügte selbigem noch eine weitere Dimension hinzu. Das Bild spricht zum Betrachter."

Herr Reinhard Feldrapp erinnert sich, als er von seinem Vater zu den Treffen des erwähnten Dreigestirns mitgenommen wurde. „Damals, etwa 1965, war ich oft nicht so gerne als Assistent meines Vaters dabei. Dennoch ist der Same des Heimatgefühls aufgegangen. So ist es ungeheuer wichtig, junge Menschen an die Hand zu nehmen, auch Schulklassen diese Ausstellung zu zeigen, die eigenen Wurzeln bewusst zu machen und Achtung vor der heimatlichen Kultur zu wecken."

"Wir dürfen unser oberfränkisches Bewusstsein nicht verstecken, sondern müssen dies selbstbewusst nach außen tragen“, fordert Herr Feldrapp. Die Weberhäuser seinen keinesfalls ein Schandfleck in der Landschaft, sondern Kathedralen der Arbeit

Die Ausstellung ist vom 23.09.2015 bis 23.03.2016 zu sehen und vermittelt einen nachhaltigen Eindruck über das oft karge Leben der damaligen Zeit und macht Lust darauf, Heimat neu zu entdecken.