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"Nichts ist zu Ende - alles liegt noch vor uns!" (Dr. Oswald Georg Bauer)

Richard Wagner  

Richard Wagner

 

Vergangenen Dienstag fanden im Richard Wagner Museum zu Bayreuth zwei Buchvorstellungen statt.

Am Vormittag begrüßte Oberbürgermeisterin Frau Merk-Erbe die Ehrengäste (u.a. Dirigent Christian Thielemann) und das Autorengespann Dr. Markus Kiesel und Joachim Mildner. Wahnfried sei viel mehr als ein Haus, sondern Teil einer besonderen Familiengeschichte, sowie aufgeklärter und aufklärender Erinnerungsort. Das zweisprachige Buch “Wahnfried - Das Haus von Richard Wagner" sei eine Pflichtlektüre für jeden Wagnerianer und für den an Bau- und Stadtgeschichte interessierten Bayreuther.

Besondere Augenblicke erlebten wir bei der Vorstellung des schwergewichtigen, zweibändigen Werkes “Die Geschichte der Bayreuther Festspiele” von Dr. Oswald Georg Bauer. Zu unserer besonderen Freude nahm direkt neben uns Frau Professor Schnaut Platz (sie sang Partien wie Brünnhilde, Kundry oder Ortrud).

Mit seiner gewohnt humorvollen Art eröffnete Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich die Veranstaltung. Man habe in diesem Jahr sogar Zäune um das Festspielhaus gebaut, damit keine Dirigenten mehr wegliefen. Herr Friedrich richtete einige persönliche Dankesworte an den Autoren. Dr. Bauer habe ihm selbst bereits schon vor 25 Jahren, damals noch Student, mit seiner eigenen Begeisterung für barockes Bühnenbild gezeigt, dass Kultur nicht nur mühsam sei, sondern auch viel Freude machen könne.

Mit spürbarer Bewegung begann Dr. Oswald Bauer seine Rede mit den Worten: “ Von diesem Augenblick habe ich 27 Jahre lang geträumt. Es war am 28. August 1989 , vor dem letzten Akt der “Götterdämmerung” . In der Pause am Festspielhaus bot sich das vertraute Bild: spazierende Besucher, die Fanfaren mahnten vom Balkon aus die Zuschauer zur Einnahme der Plätze. Ich dachte bei mir: Was hat mir dieses Haus nicht alles gegeben ? Zusammen mit Wolfgang Wagner verfolgte ich am Monitor in dessen Büro die Aufführung weiter.”

Hier wurde erstmalig die Idee eines Buches über die Festspiele besprochen. “Herr Bauer, hiermit ernenne ich Sie zum Chronisten der Festspiele”, sagte damals Wolfgang Wagner. “Aber arbeiten Sie ausschließlich mit den Quellen”. 

Horst Eggers, der Vorsitzende des insgesamt etwa 22.000 Mitglieder umfassenden Richard Wagner Verbandes International rühmte die weltweite Einzigartigkeit von Bayreuth: 140 Jahre Festspieltradition in einem Haus, in dem nur die Werke eines einzigen Künstlers aufgeführt werden.

Den treffenden Schlussakkord setzte nochmals der Autor. Die Wagner Themen im Ring seien von bestürzender Aktualität. Die Anhäufung gigantischer Geldmengen, Alberichs Gier nach Geld und Weltherrschaft, Mord, Betrug, Verrat. Und hierzu als Gegenmodel Liebe & Humanität. So wie es Richard Wagner selbst formulierte: “Das Theater sollte den sozialen Bewegungen ihr schönes und hohes Ziel zuweisen, das Ziel edler Menschlichkeit”.

Oft schon wurden die Festspiele totgesagt. Jedoch: “Nichts ist zu Ende - alles liegt noch vor uns"