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Filmtipp

+++ Filmtipp +++

“Die Frau mit den fünf Elefanten"

Der Film zeichnet ein einfühlsames Portrait einer besonderen Frau: Svetlana Geier. Die Literaturübersetzerin hat die 5 großen Romane Dostojewskijs ( die “5 Elefanten”) neu übersetzt.
Sie wurde 1923 in der Ukraine geboren, erlebte die Verhaftung und den Tod ihres Vaters unter Stalin, sowie den Einmarsch deutscher Truppen in Kiew. 30.000 Juden wurden ermordet, darunter ihre Freundin. Dennoch brachte Sie es zur bedeutendsten Übersetzerin für russische Literatur im deutschsprachigen Raum

Was macht nun die Kunst des Übersetzens aus?

Bereits innerhalb der deutschen Sprache haben Dialektworte oftmals eine Färbung, die in dieser Form nur dort existieren und sich nur umschreiben aber nicht eins zu eins übersetzen lassen. Ein vielfaches trifft auf Fremdsprachen zu - nehmen wir nur ein geflügeltes Wort “Vom Regen in die Traufe”, im Englischen “Out of the frying pan and into the fire”, ein gänzlich anderes sprachliches Bild. Diese sinnliche Wirkung zu erzielen gelingt Svetlana Geier meisterhaft.

So sehe ich eine Verwandschaft zwischen Sprache und Photographie. Sprache erzeugt Bilder, Töne, Gerüche, Gefühle im Kopf. Gleiches möchte die Photographie erreichen.

Ebenso empfinde ich eine merkwürdige Parallele zwischen der Kunst des Übersetzens und der Photographie. Die “Qualität der ungeteilten Zuwendung zu den Dingen” (Vadim Jendreyko) scheint in einer sich überschlagenden Zeit immer unwichtiger zu werden. Eine maschinelle Übersetzung oder ein Handyfoto reicht scheinbar aus, nur schnell weiter zum nächsten Reiz.

Der Regisseur Vadim Jendreyko bringt es auf den Punkt:" …sie werden zwischen den Zeilen des Filmes von einem Menschen berührt, der mit grosser Behutsamkeit und Achtsamkeit dem Leben begegnet. Jemand, der sich für das, was er tut, die Zeit nimmt, die es braucht, und dadurch auch die kleinen Dinge des Alltags ganz unvermutet zum Strahlen bringt."