Q&A zum Buch „Arthur Schopenhauer - Eine Reise durch sein Leben"

Q: Herr Adams, wie sind Sie ausgerechnet auf Schopenhauer gekommen?

A: Der Name Schopenhauer war mir geläufig. Die erste Begegnung aber ereignete sich in  Bayreuth, im Richard Wagner Museum um genau zu sein. Im ersten Stock des Hauses Wahnfried steht eine wunderschöne Büste von Arthur Schopenhauer. Und ich fragte mich, wer wohl dieser Mensch gewesen sei, der Richard Wagner so viel bedeutete. Vielleicht wurde der Boden meines Herzens durch jahrelange Erfahrungen mit Menschen auf diese Begegnung vorbereitet.

Q: Was bedeutet Philosophie für Sie?

A: Freiheit und Lebensqualität. Freiheit in dem Sinne, dass beim rechten Gebrauch der Werkzeuge, wie z.B. Erkenntnistheorie und Logik, ich vor absichtlicher Täuschung gesichert bin - und in Folge davor, fremden Motiven zu dienen. Der Philosoph Herbert Marcuse stellte die Frage: Sind die Ziele und Bedürfnisse des Menschen wirklich seine eigenen, oder wurden sie ihm von einem Herrschaftsapparat vorgegeben ? Wenn der Mensch dann der Überzeugung ist, er wäre frei und lebt aber in Wahrheit als Sklave eines Systems für die Ziele anderer - dann wurde die perfekte Diktatur erschaffen. Dieses Dienen für fremde Motive finden wir im Übrigen gleichfalls in Unternehmen, Vereinen, Religionen und Familien.

Q: Was meinen sie mit Lebensqualität?

A: Diese erwächst aus der Fähigkeit, die Natur der Menschen und des Lebens besser zu durchschauen und Schutzvorkehrungen zu treffen - so wie sie Arthur Schopenhauer empfiehlt. In dem Kapitel „Lebensweisheit mit Arthur Schopenhauer”gehen wir ausführlich darauf ein. Seine tief gedachten Überlegungen zur Moral gipfeln in seiner schönen Mitleidsethik.

Q: Sagen Sie, ist es nicht ein Widerspruch, von Mitleid zu sprechen und sich gegenüber anderen hart abzugrenzen?

A (lächelt): Keineswegs. Schopenhauer hat selbst die Antwort hierzu in seiner Schrift „Über die Grundlage der Moral” gegeben. Ich zitiere: „Denn keine Teilnahme am anderen, kein Mitleid mit ihm kann mich auffordern, mich von ihm verletzen zu lassen, d.h. Unrecht zu leiden.”

Q: Können Sie uns etwas über die Arbeit an Ihrem Buch erzählen?

A: Gerne. Die Produktionsphase erstreckte sich etwa über drei Jahre. Am zeitintensivsten war sicherlich das Studium von Schopenhauers gesammelten Schriften. Hinzu kamen Biographen, die ihn noch persönlich kannten, sowie die Beschäftigung mit den philosophischen Strömungen seiner Zeit, wie z.B. Hegel, Fichte und Schelling. Unser Dank gilt u.a. dem Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt.

Ferner kam uns der Gedanke, die reizvollen Orte seiner Lebensstationen mit Licht zu malen, also photographisch abzubilden.

Q: Sie waren selbst vor Ort?

A: Das ist richtig. Im Einzelnen waren dies Danzig, Hamburg, Weimar, Göttingen, Rudolstadt, Dresden, Berlin, Erfurt und Frankfurt. Im Buch finden Sie 98 Photographien.

Q: Jetzt haben sie mich neugierig gemacht. Wo ist das Buch erhältlich?

A: Hinsichtlich des Druckes finden noch Gespräche statt. Sie erhalten das Buch derzeit optimiert für Mac-User im Apple-Store. Für z.B. Tablets von anderen Herstellern ist es bei Amazon erhältlich und mit der Kindle-App sehr schön lesbar, natürlich auch am PC. Aufgrund der vielen Bilder ist es für einfache E-Reader nicht geeignet, eine Liste der passenden Geräte wird angezeigt.

Q: Ich bedanke mich für das Gespräch.

A: Bitte. Ich beschließe Gespräche gerne mit Schopenhauers Worten: „Mögen alle lebenden Wesen von Schmerzen frei bleiben.”


Beschreibung:

Dieses Buch ist nicht „nur” eine Biographie, es ist ein ehrendes Andenken an Schopenhauers Leben . Es möchte dem, der sich noch nie ernsthaft mit Philosophie beschäftigt hat, einen Zugang zu seinen Werken ermöglichen. Schritt für Schritt werden Grundbegriffe wie Erkenntnistheorie und Metaphysik erläutert und seine Schriften in groben Zügen vorgestellt. Manche Edelsteine seines Denkens werden hervorgehoben. 98 lebendige und liebevolle Photographien laden dazu ein, die Orte seiner Lebensstationen zu besuchen: u.a. Danzig, Hamburg, Dresden, Berlin und Frankfurt.

„Meine persönliche Überzeugung ist es, dass die Schopenhauersche Philosophie, seine Art der Wahrheitsfindung, seine Ethik und Lebensweisheit am wenigsten dazu geeignet ist, anderen Menschen die Freiheit zu nehmen oder ihnen sonst irgend einen Schaden zuzufügen. Im Gegenteil: in ihr liegt Freiheit, ein kleines Stück Glück und Lebensqualität.” - Russ Adams


Leseprobe:















Andreas Ulonska